Weihnachtsgrüße über 16 Zeitzonen

Weihnachtsgrüße über 16 Zeitzonen

von Kersten Linke, ehrenamtlicher Leiter der Schach-AG am Konrad-Adenauer-Gynasium, Langenfeld

Datum 06.01.2014

Es liest sich so leicht, ein Internetprojekt über 16 Zeitzonen zu organisieren, aber es ist ein kleines Weihnachtswunder, dass bis auf die Schaltung nach Kanada alles geklappt hat.

 Quelle: Svetlana Klimova, Jakutsk


Seit einigen Jahren hat die Schach-AG des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) in Langenfeld durch ein Schach-, Chat- und Skype-Projekt Kontakte zu Deutschschülerinnen und -schülern in Jakutien und weltweit. So haben die Schüler online unter anderem schon gegen Schachspieler an einer Sprachdiplomschule in der Mongolei, einer Schule in Kanada und einer Forschungsstation in der Antarktis gespielt. Zu Weihnachten kam nun die Idee auf, dass sich weltweit alle Kinder, die bisher am Projekt teilgenommen haben, via Skype einmal persönlich kennen lernen könnten.

Der Leser des Schachkomet erinnert sich vielleicht noch an den Bericht von Ewald Heck über die Schachpartie mit dem Südpol. Der Bericht wurde vielfach publiziert und fand so auch den Weg zu Ulrike Dornhagen, die in Freeport (Illinois) als Physik- und Chemielehrerin tätig ist und auch eine Schachgruppe leitet. Auf unsere Einladung zu dem ungewöhnlichen Weihnachtsgrußprojekt, kam von dort zunächst die Antwort: "Ich werde nachfragen." Bei sieben Stunden Zeitunterschied war sie natürlich skeptisch, wie ihre 10-köpfige Schachgruppe reagieren würde, doch später sagte sie: "Ich bin total verblüfft und überrascht. Sie werden tatsächlich um um 4:30 Uhr morgens aufstehen, um ab 5 Uhr unserer Zeit (12 Uhr eurer Zeit) mit euch am Brett zu sitzen." Und es hat tatsächlich geklappt.

Irena Dushnik, Konrektorin der Schule Nr. 41 in Kemerowo in Sibirien schrieb: "Wir kommen erst am 21.12 morgens von unserer Patenschule aus Mechernich zurück, aber wir werden dabei sein." Ihre Mitorganisatorin Natalia Gryaznova, eine junge Deutschlehrerin, hat das Kunststück schließlich geschafft. Die Kinder saßen nicht nur via Skype am Brett, sondern zeigten auch noch einen Videofilm über Weihnachtsbräuche und Bräuche zum Jahreswechsel in Sibirien. Auch unsere alten Freunde, die Deutschgruppe des Sacha-Gymnasiums in Jakutsk, der kältesten Großstadt der Erde, war wieder dabei. Diese Kinder blieben bei "lauschigen" minus 27 Grad Celsius, bis der letzte Bus fuhr.

Unser blinder englischer Schachfreund Chris Ross bekam mit, dass wir unsere virtuellen Gäste für Samstag, den 1. Februar 2014, zu einer Folgeveranstaltung am Tag der offenen Tür des Konrad-Adenauer-Gymnasiums eingeladen haben, und schrieb eine E-Mail an ein paar Freunde. Wenn tatsächlich alles klappen sollte, wird nicht nur er selbst als Simultanspieler über Skype dabei sein, sondern noch weitere Mitglieder der englischen und französischen Blindenschachnationalmannschaft. Eine Schachveranstaltung der etwas andern Art - Braillechess gegen Kinder aus verschiedenen Ländern. Abzuwarten bleibt, was in Italien passieren wird: Wir versuchen, ein zehnjähriges Mädchen aus Pisa zu erreichen.

Vielleicht sehen wir uns ja am 01.02.2014?

 

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